DER KETTE-/SCHNECKE-MECHANISMUS.

Den Lange’schen Meisteruhrmachern ist es erstmals gelungen, den Antrieb über Kette und Schnecke in das kleine Format der Armbanduhren zu übertragen. Der Mechanismus kam früher bereits in den komplizierten Taschenuhren und Marinechronometern von A. Lange & Söhne zum Einsatz.

Beim Kette-/Schnecke-Mechanismus von Lange wird der Kraftfluss zwischen Federhaus und Räderwerk nicht direkt, sondern durch eine 636-teilige Kette hergestellt. Das eine Ende der Kette ist an der Federhaustrommel eingehakt, das andere an der Schnecke befestigt. Während das Federhaus abläuft, wickelt sich die Kette auf das Federhaus und von der Schnecke ab.

Bei Vollaufzug, also großer Zugkraft, zieht die Kette dabei am kleineren Radius der Schnecke, das heißt am kürzeren Hebel. Bei geringem Aufzug und nachlassender Zugkraft dagegen am größeren Radius der Schnecke und somit am längeren Hebel. Dadurch wird der Gangregler der Uhr − unabhängig vom Spannungszustand der Aufzugsfeder − mit dem gleichen Drehmoment angetrieben und die Ganggenauigkeit verbessert.

Der Antrieb über Kette und Schnecke besteht insgesamt aus mehr als 700 Einzelteilen. Er verfügt über ein Planetengetriebe, das den Antrieb des Uhrwerks auch während des Aufziehens der Uhr gewährleistet. Zudem wurde er mit einem Vorspannmechanismus ausgestattet, mit dem die Eigenschaften der Aufzugsfeder und der Schnecke perfekt aneinander angepasst werden können. Eine Blockierung vor maximalem Aufzug und vollständigem Ablauf komplettieren die aufwendige Konstruktion.